Bischofskonferenz: Kärnten inoffiziell Thema
Auf der Tagesordnung bei der Bischofskonferenz in Niederösterreich stehen der Opferschutz nach dem Kinderschutzgipfel im Vatikan, sowie die Pfarrgemeinderäte und das Ehrenamt - mehr dazu in niederösterreich.ORF.at. Inoffiziell dürften aber auch die Ereignisse in der Diözese Gurk/Klagenfurt Thema sein. Kardinal Christoph Schönborn, der Erzbischof von Wien und Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz sagte, es werde Gespräche in der Sitzung geben. „Aber nicht nur offiziell im Sitzungsbereich, sondern auch dazwischen. Die Gespräche dazwischen sind ja immer ganz wichtig, weil man sich auf Augenhöhe begegnet.“
Das erste Zusammentreffen von Erzbischof Franz Lackner, Bischof Alois Schwarz und Engelbert Guggenberger, der als Kärntner Diözesanadministrator an der der Versammlung teilnimmt, dürfte nicht gerade eine Begegnung unter Freunden sein. Zu tief sind die Gräben, zu sehr sind die Fronten verhärtet. Zwischen Kärnten und Niederösterreich, aber auch zwischen Kärnten und Salzburg, wie sich am Freitag nach der Pressekonferenz zum Abschluss der Visitation herausstellte.
Stabentheiner: „Diözese war in Ausnahmezustand“
Von einer Diözese im Ausnahmezustand war die Rede, von Verletzungen und Kränkungen, wie das Visitationsteam nach zweimonatiger Prüfung in Kärnten attestierte. „Das stimmt so nicht“, sagte am Montag Gabriel Stabentheiner. Der Kirchenbeitragsreferent der Diözese geht grundsätzlich davon aus, dass das Team um Erzbischof Lackner gut gearbeitet hat.
„Vom Faktischen her habe ich schon den Eindruck, dass der Visitationsbericht in Ordnung sein wird. Sehr interessant war für mich die Sprachregelung, die zweitweise getroffen wurde. Mich stört ein wenig, dass immer so in der Gegenwart gesprochen wird. Ich würde nicht sagen, dass sich die Diözese Gurk/Klagenfurt in einem Ausnahmezustand befindet. Sie war in einem Ausnahmezustand. Ich würde auch nicht sagen, dass in Kärnten ein Klima der Angst und Verunsicherung herrscht. Es hat Verunsicherung und Angst geherrscht“, so Stabentheiner.
„Warum nicht eine Rute ins Fenster stellen“
Sein Eindruck sei, dass die Diözese davon befreit sei. Dass die Gurker Domherren und Engelbert Guggenberger sich für Transparenz entschieden haben, mag möglicherweise Konsequenzen haben. Allerdings bleibt die Frage, für wen. „Es steht ja noch im Raum welche personellen Konsequenzen gemeint sind. Für mich ist Faktum, dass die Diözese Gurk ja nichts verbrochen hat oder auch Engelbert Guggenbichler und das Domkapitel nichts Schlechtes in dem Sinne getan haben, was man ihnen jetzt vorwerfen könnte und was Konsequenzen nach sich ziehen würde“, so Stabentheiner.
Dass Engelbert Guggenberger zuletzt die Einsichtnahme in den Bericht verweigerte, sieht Gabriel Stabentheiner nicht nur als Gekränktheit. „Rückwirkend betrachtet, könnte man vielleicht sagen, es wäre besser gewesen, wenn sie das einmal durchgelesen hätten, an der Situation selbst hätte es wahrscheinlich nichts geändert. Andererseits könnte man auch sagen, warum sollte man nicht einmal eine Rute ins Fenster stellen um auch einmal zu dokumentieren, dass auch ein aufrichtiger ehrlicher Umgang miteinander auch nichts Schlechtes innerkirchlich wäre“, sagte Stabentheiner. Die Versammlung des Episkopats dauert bis Donnerstag. Am Freitag informiert Schönborn in einer Pressekonferenz über die Ergebnisse.